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Nachhaltigkeit

Kleidertauschparty: Kleidung tauschen statt kaufen

Vorteile und Regeln einer Kleidertauschparty

Wie du mit Kleidertausch Geld sparst und dem Planeten etwas Gutes tust

Ausmisten ist in Zeiten von Lockdowns und Minimalismus-Bewegungen sehr beliebt geworden. Früher oder später entrümpelt man auch mal den Kleiderschrank. Die Erkenntnis ist meistens ernüchternd: Wir besitzen zu viel Kleidung, die wir zu wenig tragen. Nur wohin mit dem ganzen ausgemusterten Zeug?

Warum es wichtig ist, Kleidung nachhaltig zu verwerten

Alte oder nicht mehr gebrauchte Kleidung spenden ist ein Kinderspiel, denn Altkleidercontainer finden sich an fast jeder Straßenecke. Was auf den ersten Blick als nachhaltig und sozial erscheint, birgt aber ein riesiges Problem: Der Altkleidermarkt ist schon seit Jahren überlastet und nur die schönsten Teile werden wieder verkauft. Durch den enormen Anstieg an Kleiderspenden seit Beginn der Corona-Krise werden die Sammelstellen noch mehr mit Altkleidern geflutet. Diese können dadurch nicht mehr verwertet werden und landen im Müll oder in der Verbrennungsanlage.

Berücksichtigt man dann noch die für Mensch und Umwelt schädlichen Produktionsbedingungen in der Textilindustrie und skaliert das Ganze auf globaler Ebene, dann kommt am Ende der Rechnung ein sozialer und ressourcentechnischer Super-GAU raus. Für mehr Einblick in die katastrophale Fast Fashion Industrie und ihre weltweiten Auswirkungen kann ich den Dokumentarfilm „The True Cost“ empfehlen – kostenlos zu sehen auf Youtube, hier der Link: The True Cost

Wir leben im 21. Jahrhundert.
Wir leben in einer globalisierten Welt.
Wie kann es sein, dass wir das Leben anderer Menschen noch immer ignorieren?

Frei Zititiert nach „The True Cost“

Wenn du nach dieser Dokumentation auch das dringende Bedürfnis hast, etwas zu ändern, dann fange am besten direkt bei dir an. Anstatt aussortierte Kleidung sackweise in den Altkleider-Container zu werfen, kannst du deine Kleidung auch einfach mit Freundinnen tauschen. Das spart Geld, Ressourcen und macht noch dazu viel Spaß!

Was ist eine Kleidertauschparty

Eine Kleidertauschparty (engl. swap party) kannst du dir wie eine Tauschbörse vorstellen, bei der jeder seine mitgebrachten Kleidungsstücke gegen andere eintauschen kann. In größeren Städten gibt es sogar öffentliche Veranstaltungen zum Kleidertauschen. Du kannst diese Tauschpartys aber ganz einfach bei dir zu Hause organisieren und deine Freundinnen zu einem gemütlichen Nachmittag einladen.

Tipps für deine Kleidertauschparty

Für eine private Kleidertauschparty braucht es nicht viel (Voraussetzung: kein Lockdown!). Hier findest du die wichtigsten Punkte für die Planung und Umsetzung bei dir zu Hause:

Schritt 1: Die Einladung

Lege einen Termin fest und lade ein paar Freundinnen ein. Am besten sind 5-8 Personen, damit genug an tauschbarer Kleidung zusammenkommt, es aber nicht zu übersichtlich wird.

Da Kleidertauschpartys noch nicht so bekannt sind, schickst du am besten eine Einladung aus und informierst deine Mädels über den Ablauf. Die Einladung sollte Datum, Uhrzeit und Ort enthalten und ganz wichtig: Was zum Tauschen mitgenommen werden kann. Ich habe mich bei meiner Kleidertauschparty nicht auf Kleidung beschränkt, sondern auch explizit Accessoires wie Taschen, Schals, Gürtel, Schmuck, Schuhe, etc. angeführt.

Für meine eigene Kleidertauschparty vom letzten Jahr habe ich eine eigene Einladung zusammengestellt. Diese kannst du gerne hier downloaden und mit deinem eigenen Einladungstext versehen:

Schritt 2: Die Vorbereitung

Bevor die Gäste kommen, bereitest du am besten schon mal vor, an welchem Platz welche Kategorie an Kleidungsstücken oder Accessoires gesammelt wird. Für die spätere Übersicht sind einfache Papierschilder ideal. Hier ein paar Beispiele:

Am einfachsten für das „Durchwühlen“ ist natürlich eine Kleiderstange. Da ich keine zu Hause hatte, habe ich eine alte Vorhangstange genommen und diese über zwei Sessel gelegt und mit einer Schnur fixiert. Das ist zwar eine etwas wackelige Konstruktion, die aber voll und ganz ihren Zweck erfüllt (und schnell wieder weggeräumt ist). Wenn du eine Kleideraufhängung anbieten kannst, bitte am besten deine Gäste, auch Kleiderhaken mitzubringen.

Am besten hast du auch einen großen, bis zum Boden reichenden Spiegel. Je nach Wohnsituation kannst du die Kleiderkategorien auch auf verschiedene Räume aufteilen oder einen Raum als Umziehraum deklarieren. Unter Freundinnen

Damit es auch eine „echte“ Party wird, bereite ein paar Getränke und Snacks vor (oder bitte deine Freunde ein paar Knabbereien mitzubringen).

Kleidung auf einer provisorischen Kleiderstange für die Kleidertauschparty
Eine provisorische Kleiderstange für die Kleidertauschparty, zusammengebaut aus zwei Sesseln und einer Vorhangstange

Schritt 3: Party hard – aber lege ein paar Regeln fest

Erkläre am besten zu Beginn der Party, wenn alle Gäste eingetrudelt und mit Getränken versorgt sind, die Regeln:

  • Jeder Gast legt seine mitgebrachten Kleidungsstücke und Accessoires auf die dafür gekennzeichneten Plätze. So entsteht sofort eine übersichtliche Sortierung.
  • Jeder Gast hat seinen „Warenkorb“. Das ist ein Platz, an dem die neu „ertauschten“ Teile gesammelt werden. Das ist wichtig, um Missverständnisse zu vermeiden, wenn später munter durchprobiert wird.
  • Damit die Kleidung fair verteilt wird, kann man folgende Regel aufstellen: Jede Person darf nur so viel mitnehmen, wie sie auch mitgebracht hat. Allerdings sollte das Ziel sein, dass so viele Kleidungsstücke wie möglich eine neue Besitzerin finden. Meine persönliche Erfahrung ist, dass niemand mit leeren Händen nach Hause geht – und sich jeder freut, wenn die eigenen Teile jemand anderen glücklich machen.
  • Sollten sich zwei Freundinnen in dasselbe Kleidungsstück verlieben, löst ihr den Konflikt am besten diplomatisch, indem ihr prüft, wer von den beiden bereits mehr Kleidungsstücke im Warenkorb gesammelt hat. Ihr könnt auch gemeinsam beraten, wem das beliebte Stück besser steht.

Schritt 4: Was passiert mit der Kleidung, die niemand haben will?

Entweder jede Person nimmt die eigenen, übrig gebliebenen Kleidungsstücke wieder mit nach Hause. Oder ihr sammelt alle übrigen Kleidungsstücke und entscheidet, was damit passieren soll. Folgende Möglichkeiten gibt es:

  • Schöne und hochwertige Kleidungsstücke kann man zu Second-Hand-Läden bringen. Der Erlös kann zum Beispiel für die Snacks bei der nächsten Kleidertauschparty verwendet oder gespendet werden.
  • Jemand aus der Runde nimmt die übrige Kleidung mit, um diese bei der nächsten Kleidertauschparty (anderen) Leuten anzubieten.
  • Du kannst auch die restlichen Kleidungsstücke in eine Box geben und eine Kleidertausch-Box starten, die du einer anderen Freundin, der Nachbarin, der Arbeitskollegin, usw. gibst. Mehr Infos zur Kleiderbox findest du weiter unten.
  • Als letzte Alternative sollte die übrig gebliebene Kleidung im Altcontainer landen. Die Altkleidersammlung ist weltweit überlastet, weil viel zu viel Kleidung produziert, konsumiert und im guten Glauben „gespendet“ wird – der Großteil dieser Kleiderspenden wird nicht ein zweites Mal getragen.

Alternative zur Kleidertauschparty in Corona-Zeiten:
Die Kleidertausch-BOX

Eine andere Möglichkeit zum Kleidertausch bietet eine Kleidertausch-Box. Das kann eine große Schachtel, ein Wäschekorb, eine große Einkaufstasche oder ähnliches sein. Dort gibst du deine nicht mehr gebrauchte Kleidung rein und gibst diese Box einer Freundin (für eine kontaktlose Übergabe am besten einfach vor die Tür stellen). Diese schaut die Kleidungsstücke durch, nimmt sich, was sie brauchen kann, und gibt Kleidung von ihr rein. So geht die Box ihre Runde durch den Freundeskreis, bis sie wieder bei dir landet.

Natürlich ist das Ganze nicht so übersichtlich wie bei einer Party. Vielleicht braucht es auch mehrere Durchgänge, damit jede zumindest einmal die Chance hatte, die Kleidungsstücke der anderen zu sehen und zu probieren. Aber einen Versuch ist es wert! 🙂

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Wie du Kleidung verwerten kannst, die nicht mehr getragen werden kann, kannst du hier nachlesen: Handschuhe aus altem Pulli nähen

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